Umbau Haus G.
Das Ensemble in Oberschwaben ist abgeschieden genug, um ein Stück weit von der Welt wegzurücken. Und dabei so modern, als stünde es im Park einer Millionenstadt.
Von außen ist nicht zu erahnen, wie sich das Innere und die Gärten ausdehnen. Und das ist durchaus Absicht. Denn Luxus kann auch darin bestehen, sich eine eigene kleine Welt zu schaffen, während man die Welt da draußen nicht unbedingt dazu einladen muss. Das klar strukturierte Äußere zeigt ein starkes Bekenntnis zum vorhandenen Fachwerk.
Wenn man dann die fast würfelförmige Kubatur des enormen Hauptraums betritt, fühlt man sich sofort wohl und zuhause. Es ist die grenzenlose Kopffreiheit dieses zentralen Gebäudeteils, der das Raumgefühl in seiner ganzen Großzügigkeit bestimmt.
Außerdem grenzenloses Licht, das durch Glasflächen mit einer Ausdehnung von nahezu 200 Quadratmetern ins Innere flutet. Über dem Kopf schweben die freigelegten und ausgebeinten historischen Deckenbalken, die den Blick aber durchlassen über die Höhe von drei Etagen. In wie zufällig angeordneter Struktur überwinden zahlreiche Lampen mit kugeligen Schirmen die Strecke von der Decke, um dann über der großen Tafel zu schweben.
Im Garten ist fürwahr Platz genug, um jedwede Art von Festivität zu einem Ereignis werden zu lassen. Dort zeigt sich in der Anordnung von Beeten und Schwimmbecken auch die Neigung zur Symmetrie. Auf dem Weg hinab zum natürlichen Teich-Biotop fließt das Wasser in Kaskaden, um sich schließlich dort zu ergießen, wo Molche und Frösche wohnen.
Die puristische Offenheit der diversen Räume, die sich in Summe auf rund 1.000 Quadratmetern ausdehnen, lebt davon, die teils ungeheuerliche Großzügigkeit selbstbewusst für sich wirken zu lassen.
Eine an nur wenigen Stützpunkten verankerte Metalltreppe führt offen in die oberen Etagen, die auch mit einem der beiden Aufzüge erreichbar sind. Hier wirkt freigelegtes altes Mauerwerk aus dem Baujahr 1908 wie ein Guckloch in die Vergangenheit.
An jeder Stelle dieser weitläufigen Wohn- und Lebenswelt - auch im Saunahaus und weiteren Nebengebäuden - wirkt eine ordnende Hand, ein roter Faden, eine konsequente Haltung.
Im Untergeschoss, wo die Technik leise arbeitet, wird noch einmal durch labyrinthische Flure und endlose Gänge deutlich, welche Ausdehnung das Anwesen besitzt. Dabei ist es durch Photovoltaik und Erdwärme nicht weit davon entfernt, energieautark zu sein.






























