07.05.2018

Ort der Begegnung und Vielfalt

Generalvikar und Minister segnen interkulturelles Familienzentrum „Momos Welt“

Von Maria Anna Blöchinger

RAVENSBURG - Prächtige Tanzvorführungen umrahmen am Samstag die Einweihung von „Momos Welt“ in der Domäne Hochberg. Das Haus in der Ravensburger Weststadt kann die vielen froh gestimmten Gäste und Ehrengäste kaum fassen. Mit Musik, Theatervorführung und Köstlichkeiten vom kalten Büfett feiert die Menge das gelungene Integrationsprojekt. Mit starken Rhythmen machten drei Mädchen den Auftakt zu den Feierlichkeiten im Mehrzweckraum des Familienzentrums. An dem schönen Tag wollte Oberbürgermeister Daniel Rapp, dem Pfarrer Reinhold Hübschle als Erstem das Wort übergeben hatte, sich auf die Begrüßung der Gäste beschränken. Neben Pfarrer Hermann Riedle und Baubürgermeister Dirk Bastin begrüßte er namentlich zwei Gemeinderätinnen, darunter Heike Engelhardt und Gisela Müller, beide SPD. Sie hatten das Projekt von Anfang an unterstützt. Die Segenswünsche des Stadtoberhaupts galten vor allem den Kindern, ihren Erzieherinnen und Erziehern. „Wieder Nazis im Parlament“ Manne Lucha, Minister für Soziales und Integration des Landes Baden- Württemberg, erinnerte daran, dass der „Familientreff“, aus dem das Zentrum „Momos Welt“ entstanden ist, zehn Jahre beengten Bedingungen standgehalten hatte. Mit der erweiterten Kindertagesstätte, einer viersprachigen Bücherei und dem interreligiösen Ort der Stille sei „Momos Welt“ nun zu diesem Ort der Begegnung und Vielfalt geworden. „Ein Netzwerk gegenseitiger Unterstützung entstand, denn die Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und Religionen haben alle die gleichen Sorgen und Ängste“, betonte Minister Lucha. Er bedauerte, dass wir „wieder Nazis und Rassisten im Deutschen Parlament“ hätten. „Es gibt keine Alternative zur freien Gesellschaft“, versicherte er und zitierte die jüdische Philosophin Hannah Arendt: „Der Sinn von Politik ist Freiheit.“ In farbenprächtigen, traditionellen Gewändern umrahmten Kinder der Alevitischen Gemeinde Ravensburg- Weingarten die Einweihung mit ihrem kraftvollen, von einer Trommel begleiteten Tanz. Generalvikar Clemens Stroppel, Diözese Rottenburg- Stuttgart, begann mit Worten des Zweiten Vatikanischen Konzils, das schon im Jahr 1965 ausdrücklich „Wahres und Heiliges auch in anderen Religionen“ anerkannte. In unserer Zeit würden die Menschen eine Antwort auf Fragen danach erwarten, „was das unsagbare Geheimnis unserer Existenz ist“. Generalvikar Stroppel erklärte, für die katholische Kirche sei Christus der Weg, die Wahrheit und das Leben. Die Kirche öffne die Türen auch für Andersdenkende, weil ein Strahl derselben Wahrheit sie erleuchte. Generalvikar Clemens Stroppel versicherte: „Die Kirchengemeinde zur Heiligsten Dreifaltigkeit bleibt dennoch sich selber und ihrer Aufgabe treu.“ Zusammen mit den Kommunen biete sie diesen offenen Raum, um für den Schutz der sozialen Gerechtigkeit einzutreten. Er sagte: „Alle Menschen sind als Ebenbild Gottes geschaffen. Die Kirche verwirft jede Diskriminierung, weil sie dem Geist Christi widerspricht.“ Mit zum Segen erhobenen Händen betete Generalvikar Stroppel um Vertrauen auf Gott und die Menschen, erbat Nähe, Achtsamkeit und Geborgenheit. Der Pfarrer der Kirchengemeinde zur Heiligsten Dreifaltigkeit Reinhold Hübschle überreichte dem Generalvikar, der Stellvertreter des Bischofs und für die Verwaltung der Diözese zuständig ist, ein Geschenk, und dieser versprach dem interkulturellen Familienzentrum eine Geldspende.

 

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(Quelle:© 2018 Schwäbische Zeitung, Lokalausgabe Ravensburg)

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